Gemeinsame Erklärung
der Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Verbände im Erzbistum Köln


Umgang mit der "Bürgerbewegung Pro NRW"



Die Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Verbände (AGKV) beobachtet kritisch die Ausbreitung der aus dem Verein „Pro Köln“ hervorgegangenen so genannten „Bürgerbewegung Pro NRW“, deren Ideologie wir als Christinnen und Christen klar ablehnen.


Wir nehmen wahr, dass sich der Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft ausbreitet. Wir registrieren sowohl die Zunahme rechtsextrem motivierter Straftaten als auch das verstärkte Bestreben rechtsextremer Parteien und Organisationen, in der gesellschaftlichen Mitte Fuß zu fassen und zunächst 2009 in die Kommunalparlamente in Nordrhein-Westfalen und von dort aus 2010 in den Landtag einzuziehen.

Im Verfassungsschutzbericht für Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2007 heißt es:

„Mit ihrer Propaganda greifen Gruppierungen wie "pro Köln" populäre Themenstellungen auf, präsentieren als "politische Antwort’"auf die schwierigen Fragestellungen aber plumpe, einfach gestrickte angebliche Lösungen, die sich weder um verfassungsrechtliche und fiskalische noch gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen kümmern.“

Als Belege für den Verdacht rechtsextremistischer Aktivitäten gelten sowohl im Jahr 2007 als auch 2008 vor allem die Publikationen der „Pro“-Gruppierungen / Parteien des rechten Spektrums, in denen „Ausländer beziehungsweise Migranten mit überwiegend drastischer Wortwahl anhaltend negativ bewertet, herabgesetzt und ausgegrenzt“ werden sowie die bestehenden Kontakte zu fremdenfeindlichen Parteien in anderen europäischen Ländern.

Als Christinnen und Christen lehnen wir die Ideologie der „Pro“-Gruppierungen ab, denn „nach dem Plan Gottes ist jeder Mensch gerufen, sich zu entwickeln, weil das Leben eines jeden Menschen von Gott zu irgendeiner Aufgabe bestimmt ist. Daher ist, was immer „zum Leben selbst im Gegensatz steht (...), was immer die Unantastbarkeit der menschlichen Person verletzt (...) in höchstem Maße ein Widerspruch gegen die Ehre des Schöpfers.“ (Pastoralkonstitution Gaudium et Spes; Nr. 27)

Aus diesem Grund „verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen (...).“ (Konzilserklärung Nostra Aetate)


In diesem Sinne ruft die Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Verbände (AGKV) im Erzbistum Köln die Mitglieder in ihren Verbänden, aber auch alle Christinnen und Christen auf,

  • sich im Blick auf die Kommunalwahlen 2009 kritisch mit lokalen Erscheinungen von „Pro NRW“ auseinanderzusetzen,
  • aber auch die Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene sorgsam im Auge zu halten,
  • die Menschen in ihrem Umfeld über die Ziele und Bestrebungen dieser „Bewegung“ aufzuklären und
  • insgesamt für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu werben, weil eine niedrige Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß den Parteien der extremen Ränder des Spektrums überproportional nutzt.


Darüber hinaus soll die Problematik in den unterschiedlichen verbandlichen Gremien thematisiert werden, sowohl auf der Ortebene als auch auf Landes- und Bundesebene.

Wir wollen in unseren Verbänden nicht darin nachlassen, weiterhin ein Garant für ein Leben in Freiheit, Demokratie und Menschenwürde zu bleiben.

Wir wollen solidarisch an der Seite aller Menschen stehen, die sich Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sehen.

Wir wollen, dass so viele Personen und Gruppen wie möglich mit uns gemeinsam Flagge zeigen und dafür sorgen, rechtsextremen Parteien und Organisationen den Einzug in die kommunalen Parlamente und in den Landtag zu verwehren.


Köln, den 25. März 2009

Dieser Beschluss wurde bei der Delegiertenversammlung der Katholischen Verbände im Erzbistum Köln am 25.03.2009 einstimmig gefasst.

Das Präsidium der AGKV

Winfried Gather Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB)
Monika Kurth Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)
Christian Linker Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
Sabine Terlau Kolpingwerk
Andrea Honecker Katholische Elternschaft Deutschlands (KED)
Gerd Jacobs Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV)



Hier können sie die Stellungnahme als pdf herunterladen.

Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln
Breite Str. 106, 50667 Köln
Telefon: (0221) 257 61 11
Fax: (0221) 25 54 62
E-mail: info@dioezesanrat.de