Multimediale Lesung „Spiel mir das Lied vom Leben“ mit Angela Krumpen: „Vergesst mich nicht. Aber habt Spaß.“

„Vergesst mich nicht. Aber habt Spaß“, war einer der letzten Sätze von Jerzy Groß, bevor er im Juli 2014 starb. Unvergessen ist nicht nur Jerzy Groß und seine ganz besondere Art, sondern seine ganze Lebensgeschichte, die für so viele Menschen steht, die von den Nationalsozialisten verschleppt wurden. Viele haben nicht überlebt. Jerzy Groß hat überlebt – er stand auf Schindlers Liste - und erzählt seine Lebensgeschichte; bis zu seinem Tod. Damit niemand jemals mehr das erleben muss, was er erleben musste.

Die Lesung aus dem Buch „Spiel mir das Lied vom Leben. Judith und der Junge von Schindlers Liste“, die am vergangenen Mittwoch, 17.11. im Kölner Domforum stattfand, war untermauert von musikalischen Einlagen und Filmsequenzen. Jerzy Groß selbst kam dadurch zu Wort. Er spricht in den Filmsequenzen, die ihn auf einer Reise mit der jungen Judith Stapf in Bochnia und Platzow sowie in einer Kölner Kirche und in Stapfs Elternhaus zeigen - man merkt ihm dabei einen Gefühlsmix aus einer drängenden Kraft, das Erlebte als Mahnung weitergeben zu wollen und einer Bedrücktheit, dass er das Erlebte niemals vollständig verarbeitet hat an – über die Aufseher in den Konzentrationslagern; die Hunde, die er für die Nazis pflegen musste; über Selektionen in den KZs, die über Leben und Tod entschieden und seine Mutter, die aus Auschwitz nicht zurückkehrte.

Die Autorin des Buches, Angela Krumpen, las nicht nur daraus, sie erzählte mit viel Empathie aus dem Leben von Jerzy Groß. Die junge Violinistin Judith Stapf, die mit weiteren Musikern den Abend musikalisch bereicherte und Jerzy Groß seit ihrem zwölften Lebensjahr kannte, berichtete von ihren Begegnungen mit ihm und ihrer geteilten Leidenschaft für die Violine.

„Jerzys Lebensgeschichte wirkt fort. Und das muss sie auch. Sehen wir nur einmal die Ereignisse in Halle und Hanau. (…) Stemmen wir uns dagegen, wenn Menschen angegriffen werden, weil sie Kippa tragen. Übernehmen wir persönliche Verantwortung in unserer Gesellschaft, in unserem Land, in unserer Stadt“, rief Hannelore Bartscherer, Mitglied im Jerzy-Groß-Freundeskreis und ehemalige Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses, den rund 60 Anwesenden zu.

In seinen Dankesworten betonte Norbert Michels, Geschäftsführer des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln, die Wichtigkeit von festen Standpunkten: „Christliche Standpunkte zu haben und unsere Wertevorstellungen zu vertreten, das ist so wichtig in dieser Zeit, in der es immer mehr Antisemiten und Rassisten (…)“.

Die Multimediale Lesung aus „Spiel mir das Lied vom Leben. Judith und der Junge von Schindlers Liste.“ veranstaltete der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln.

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