Arbeit des Synodalen Wegs hat begonnen: Positive Entwicklung und lähmende Argumente

Am vergangenen Wochenende konstituierte sich die Vollversammlung des Synodalen Weges in Frankfurt. Für die Laien im Erzbistum Köln nahm Diözesanrats-Vorsitzender Tim-O. Kurzbach teil. Noch vor seiner Rückkehr sprach Kurzbach von einer spannenden Veranstaltung und einer positiven Entwicklung der Diskussionen. Hingegen Kölns Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, die Lehren der Kirche in Gefahr sieht.

Ein Statement dazu von Tim-O. Kurzbach:

 „Ich bin ein Familienvater und engagiere mich für unsere Demokratie und glaube an die große Hoffnung der Botschaft von Jesus Christus. Und hier fängt es schon an für viele komisch zu werden. Viel zu oft erlebe ich, wenn ich von meinem Glauben und meiner Sicht auf die katholische Kirche spreche, dass Menschen verärgert reagieren. Man muss nur auf die Reaktionen achten, um zu verstehen, dass die Kirche ein Problem hat. Aber zu viele in der Kirche wollten das zu lange nicht wahrhaben.

Es mussten erst die Verbrechen des Missbrauchs aufgedeckt werden, nach jahrzehntelangem wegschauen, vertuschen und Mittäterschaft, damit auch die letzten Verantwortlichen erkannten: So kann es nicht weitergehen!

Deshalb wurde nun in der katholischen Kirche endlich etwas Neues gewagt. Wir haben uns zusammengesetzt, in einem Raum und von Mensch zu Mensch, ohne jedes Standesdenken offen miteinander gesprochen. Sie mögen jetzt den Kopf schütteln, ehrlich gesagt ich kann es gut verstehen, aber für viele in der katholischen Kirche ist das schon ein Experiment. Dieser neue Synodale Weg ist nicht mehr zu stoppen, er hat offenbart, wie viele in der katholischen Kirche an entscheidenden Stellen eine echte Veränderung wünschen.

Priester, wie Laien, Frauen wie Männer, Singles und Paare, Bischöfe und Ordensfrauen und es spielte keine Rolle, wer wen liebt und welche Funktion er oder sie in der Kirche ausübt. Sie alle kamen zu Wort. Ich betone: alle kamen zu Wort, auch die Traditionalisten. Nur anders als sonst in den Leitungsrunden waren die Traditionalisten hier in einer deutlichen Minderheit, wie es eben ihrer Anzahl in der gesamten Kirche entspricht. Allein diese kleine Gruppe, so hatte ich den Eindruck, wollte niemanden überzeugen, sondern nur ihren Weg akzeptieren. Ich hatte den Eindruck, dass sie überfordert waren damit, dass anders als sonst jeder und jede mit gleichem Recht sprechen und wirken konnte.

Niemand hatte Angst und die scheinbare Macht auch eines Kardinals wurde dadurch entzaubert.
Ich höre unserem Kölner Kardinal oft gerne zu und er hat uns vieles zu sagen, aber er hat auch nur eine Stimme unter vielen Getauften. Jetzt empört er sich genau darüber, dass er nur eine Stimme unter vielen war. Er zerstört die Autorität des Bischofsamtes selbst, indem er in der Versammlung nicht mit guten Argumenten versuchte zu überzeugen, sondern sich nach Ende der Beratungen beklagte, dass er als Bischof nicht von Amtswegen mehr Macht in der Versammlung hat. Dabei sollte er längst erkennen, dass sein Amt nach all den Skandalen keine Macht mehr mit sich bringt, außer es überzeugt durch kluge Argumente und kluges Handeln.

Die Angst vor der bischöflichen Macht wird auch in Köln weichen.  „Mit meinem Gott überspringe ich mauern“, so heißt es im Psalm 18. Genau das ist die Botschaft, an die ich glaube. Wir überspringen auch Mauern in der Kirche."

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