Es ist viel mehr, als nur ein freundliches Nebeneinander nötig

Preisverleihung und Sommerfest auf dem Abteiberg. Zum bereits dritten Mal luden am heutigen Freitag der Erzbischof von Köln und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln Gäste aus Kirche, Politik und dem gesellschaftlichen Leben zum gemeinsamen Sommerfest ein.

 

Premiere feierte dieses Fest jedoch auf dem Siegburger Michaelsberg, im Katholisch-Sozialen Institut. „Mit unserer Einladung wollen wir einen Ort der Begegnung schaffen. Hier kommen ältere und jüngere, behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen. Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und mit verschiedenen Überzeugungen, Einheimische und Zugewanderte. Kurzum: Menschen in all ihrer Vielfalt“, begrüßte Diözesanrats-Vorsitzender Tim-O. Kurzbach die etwa 150 Gäste zu Beginn.  

Und wieviel Gemeinsamkeit für das Gemeinwohl im Erzbistum, in Stadt und Land in dieser Verschiedenheit zu finden ist, zeigten an diesem Abend die drei herausragenden Projekte, die mit dem jährlichen Anton-Rosen-Preis ausgezeichnet wurden.

Das Projekt Chorweiler Friedensglocke der Katholischen Kirchengemeinde Heiliger Johannes XXIII. hat es sich zum Ziel gemacht, in Zeiten von Unruhe, Gewalt und Krieg ein Friedenszeichen zu stiften. Dabei dient eine Glocke als interreligiöse und interkulturelle Friedensbotschafterin. An vielen Orten Deutschlands hat sie bereits für ein gutes Miteinander gemahnt. In ihrer Heimat, dem Kölner Stadtteil Chorweiler, läutet die Glocke an jedem ersten Sonntag im Monat auf dem zentralen Pariser Platz. Die Bronzeglocke wurde aus flüssigem Metall gegossen, die durch Erde aus über 50 Nationen zusammengehalten wurde.

Die zweite Preisträgerin ist die Kinderstadt 2016 der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG). Die Kinderstadt 2016 war ein Ferienprogramm für Kinder von 8 bis 12 Jahren. An sechs Tagen gestalteten 200 Kinder ihre eigene Stadt, mit eigener Währung, eigenen Gesetzen und lebten ihre eigene Vision. Bei diesem Projekt erlebten die jungen Bürgerinnen und Bürger hautnah, was Demokratie, Wahlen und Steuern bedeuten und welche Auswirkungen Entscheidungen auf das gemeinschaftliche Zusammenleben haben können. Die Betriebe, wie Verwaltung, Gastronomie, Medien und Dienstleistungen, hielten die Stadt am Leben. Alles unter der Leitung der jungen Menschen. Ein tolles Projekt, welches schon früh den Sinn für das Gemeinwohl und die Demokratie schärft. Die Kinderstadt findet auch 2017 erneut statt.   

Mit dem Sonderpreis wurde am heutigen Abend die Brühler Pax Christi-Gruppe ausgezeichnet. Die Gruppe engagiert sich im Besonderen in der entwicklungspolitischen Arbeit, der Friedensarbeit und in der jüdisch-christlichen Verständigung. Dabei sind Aktionen, Gesprächs- und Diskussionsveranstaltungen die Hauptaufgabe der engagierten Brühler Christinnen und Christen – und das seit 40 Jahren.

„Bei allen Preisträgern wird klar, dass Integration und das friedliche Miteinander in aller Verschiedenheit kein Selbstläufer ist“, sagt Kurzbach und ergänzt: „Es ist viel mehr, als nur ein freundliches Nebeneinander nötig. Damit dieses gelingt, braucht es die Bereitschaft, den anderen in seiner Verschiedenheit anzunehmen und diese Verschiedenheit nicht als Mangel, sondern als Bereicherung zu begreifen“.

Die Auszeichnung mit dem Anton-Roesen-Preis ist verbunden mit einem Preisgeld von jeweils 2.500,00 Euro. Benannt ist der jährlich ausgelobte Preis nach dem Mitbegründer und ersten Vorsitzenden des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln. Seit 20 Jahren wird die Auszeichnung traditionell vom Kölner Erzbischof gestiftet.

Nach den musikalischen Intros und der Preisverleihung luden Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Tim-Ok. Kurzbach alle herzlich zur Begegnung in den Garten des KSI ein.

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Weitere Berichterstattung:
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Bilder vom Sommerfest auf dem Michaelsberg hier

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