Musik wird zum Lebensretter - Auschwitz-Überlebende berichtet

Siegburg/Köln, 01.02.2018. In der Aula des Siegburger Anno-Gymnasiums hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Am vergangenen Dienstag berichtete die 92-jährige Esther Bejarano den Schülerinnen und Schülern über ihr großes Glück, das Konzentrationslager Ausschwitz und alle Schikanen der NS-Zeit überlebt zu haben.

Am vergangenen Dienstag berichtete die 92-jährige Esther Bejarano den Schülerinnen und Schülern über ihr großes Glück, das Konzentrationslager Ausschwitz und alle Schikanen der NS-Zeit überlebt zu haben.

Als Steineschlepperin bekam sie die barbarische Härte des Regimes zu spüren. „Wie durch ein Wunder bekam ich aber dann die Chance, im Mädchenorchester des KZ Auschwitz´ mit zu musizieren“, erzählt die rüstige Frau eindrücklich. „Ich sollte Akkordeon spielen. Ich habe dieses Instrument jedoch noch nie zuvor gespielt“, ergänzt Bejarano. Auf wundersame Weise erlernte sie schnell das Akkordeonspielen. Dadurch ließen die Nazis sie in Ruhe und sie blieb am Leben. Zusammen mit Anita Lasker-Wallfisch, die gestern zum Gedenktag der Befreiung Auschwitz im Deutschen Bundestag sprach, musizierte sie für die SS, „damit die sich von der anstrengenden Arbeit ausruhen konnten“. Nachdem Esther Bejarano ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurde, schickten die Nazis sie auf einen Todesmarsch. Auch dieses Martyrium überlebte sie zusammen mit sieben Freundinnen.

Seit mehr als 30 Jahren ist Esther Bejarano unermüdliche Kämpferin gegen das Vergessen, gegen Rassismus und Antisemitismus. „Heute freuen wir uns besonders, dass nicht nur ihr gesprochenes Wort uns eindringlich mahnt, sondern auch die zahlreichen Lieder, die Frau Bejarano uns mit der Rap-Band Microphone Mafia präsentieren wird“, leitet Diözesanrats-Geschäftsführer Norbert Michels über. In ihren Liedern nehmen die Band und Esther Bejarano Bezug auf die politische Welt. Sie fordern eindringlich ein Umdenken und mehr Menschlichkeit. „Solange wir gutheißen, dass wir mit Kriegen Geld verdienen, solange müssen wir alle Flüchtlinge aus Kriegsgebieten aufnehmen“, schallt es durch die Aula des Gymnasiums.

„Gerade heute ist eine solche Stellungnahme wichtiger denn je“, so Michels vor den Schülerinnen und Schülern. „Ich möchte es nicht mehr erleben, dass Menschen verachtet, verfolgt, denunziert, rassistisch beleidigt oder zu Tode geprügelt werden“, ergänzt er.       

Aus Anlass des Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust berichtete Esther Bejarano über ihre schlimme Zeit in NS-Gefangenschaft. Organisiert und unterstützt wurde diese Veranstaltung von der Evangelischen Kirche im Rheinland, dem evangelischen Kirchenkreis an Sieg und Rhein, dem Anno-Gymnasium Siegburg, der Bethe Stiftung und des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln.

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