Richtungswechsel für das Gemeindeleben gefordert

Katholikinnen und Katholiken fordern jetzt von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki: Richtungswechsel für das Gemeindeleben im Erzbistum Köln

Seit vielen Monaten befindet sich das Erzbistum Köln und damit die zahlreichen Gemeinden in einer Phase des Umbruchs. Eine viel zu lange Zeit des Ungewissen. Die Folge: viele Christinnen und Christen nehmen diesen Prozess als schmerzhaft und vielerorts als bedrohlich wahr. Alles andere als das, was ein gutes, kirchliches Gemeindeleben fördert. Die von Köln verordnete Vergrößerung von Pfarreien, zu weiträumigen Seelsorgeräumen, wird vielerorts von den aktiven Laien, kirchlichen Angestellten und pastoralen Diensten mit großem Engagement getragen. „Wir sind jedoch in unserer Beratung zu dem Schluss gekommen, dass die Grenze der Belastung vielerorts überschritten ist und auf der Stelle Handlungsbedarf besteht“, berichtet Diözesanratsvorstand Tim O. Kurzbach nach der Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken des Erzbistums Köln, die in der vergangenen Woche in Düsseldorf getagt hat.

Die Zukunftsfähigkeit einer Kirche, die die Größe pastoraler Einheiten von der Anzahl verfügbarer und fähiger Priester abhängig macht, ist stark anzuzweifeln. Katholikinnen und Katholiken fühlen sich schon jetzt oft in ihrer Kirche fremd und in der Gemeinde heimatlos. Tim Kurzbach bringt es in der Vollversammlung auf den Punkt: „Wir wünschen uns einen guten Dialog um den vor zwei Jahren begonnenen `Geistlichen Weg` der Erneuerung gemeinsam zu gestalten“.

Die Vollversammlung fordert von Erzbischof Rainer Maria Woelki und der weiteren Bistumsleitung einen deutlichen Richtungswechsel, um Probleme jetzt zu lösen und den Wandel gemeinsam zu gestalten. Zentrale Forderung ist dabei auch die Frage, welche Teilhabe Laiinnen und Laien zukünftig in der Gemeindeleitung bekommen. Denn das Priestertum wird die Leitung zukünftig nicht mehr nur alleine übernehmen können.

Dazu beschloss in der vergangenen Woche das höchste Laiengremium im Erzbistum Köln einen Leitantrag, der mit folgenden Forderungen endet:

  1. Der Erzbischof wird gebeten, Veränderungsprozesse zusammen mit dem Diözesanrat und gegebenfalls weiteren Gremien anzustoßen. Der Diözesanrat wird seine Vorstellungen von Gemeinde, ihre Gestaltung und ihre Funktionen in den Beratungsgremien des Erzbistums Köln sowie im Zentralkomitee der deutschen Katholiken einbringen.
  2. Zum Sommer 2017 beginnt ein Gesprächsprozess zwischen dem Erzbischof und dem Diözesanrat, der bis Ende 2018 mit klaren Zielvorgaben für die Gemeindeentwicklung und einem neuen Verständnis von pastoralem Personal, Laiinnen und Laien abgeschlossen wird
  3. Die gemeinsame Arbeit von Erzbischof und Diözesanrat wird dabei gekennzeichnet sein von Transparenz und offener Kommunikation auf allen Ebenen.

Der verabschiedete Leitantrag ist dieser Mitteilung in seiner Gänze beigefügt. Zudem werden die drei prägnanten Forderungen Anfang der kommenden Woche an Erzbischof Woelki, Generalvikar Meiering, alle Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte und Stadt- und Kreiskatholikenräte sowie Vorstände der Diözesanverbände versandt.

Zum Interview des stellv. Vorsitzenden Cornel Hüsch mit dem Domradio zu diesem Thema geht es hier

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