„Unsere Lebensweise gefährdet das Leben“

Vollversammlung des Diözesanrates am 20.05.23 - Der Kölner Diözesanrat trifft sich im Bergisch Gladbacher Kardinal Schulte-Haus zur Vollversammlung. Das höchste Laiengremium des Erzbistums stellt die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt seiner Tagung. „Unsere Lebensweise gefährdet das Leben. Wir müssen die Diskussion um den Klimaschutz engagierter führen. Kirche muss vorangehen“, führt der Vorsitzende des Gremiums, Tim-O. Kurzbach in das Thema ein. Die Laien beschließen eine Selbstverpflichtung.

Für reichlich Fachexpertise ist gesorgt. Der Diözesanrat hat Madeleine Wörner, Referentin für Energiepolitik bei Misereor und Dr. Christian Weingarten, Umweltbeauftragter des Erzbistum Köln eingeladen Vorträge vor der Vollversammlung zu halten. „Wir sind am Start eines großen Massensterbens. Ab 2025 darf es keinen Anstieg mehr an Treibhausemmissionen geben. Dann muss es radikal bergab geben. Das ist unsere Lebensversicherung. Die Kirche muss in der Nachhaltigkeitspolitik vorangehen und gestalten“, sagt Wörner eindringlich.

Dr. Weingarten macht auf die anzugehenden Herausforderungen im Klimaschutz innerhalb des Erzbistums aufmerksam. Engagiert stellt der Umweltbeauftragte des Erzbistums die Chancen heraus, welche die Flächen rund um die Kirchtürme und die Dächer von Kirchenimmobilien bieten. Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass noch vieles nachzuholen ist, wie beispielsweise die Definierung von ökologischen Kriterien für die Verpachtung von kircheneigenen Flächen, die Beschaffung oder die Verpflegung in den Tagungshäusern des Erzbistums. Das Ziel eines schöpfungsfreundlichen Erzbistums will Weingarten mit der „Vision 2030“ erreichen, die konkreten Maßnahmen dazu definiert. Bis 2030 soll das Erzbistum Köln klimapositiv und nachhaltig sein.

Download der beschlossenen Selbstverpflichtung hier

Aufruf zu neuem Selbstbewusstsein – Frauen-Predigt

Kurzbach und Weihbischof Puff berichten von der abschließenden Versammlung des Synodalen Weges. Die Versammlung in Frankfurt und der Prozess insgesamt seien anstrengend, jedoch erfolgreich gewesen, resümieren sie gemeinsam. „Es hat etwas in Bewegung gesetzt“, so Weihbischof Puff.

Kurzbach stellt fest, dass die Themen aus dem Synodalen Weg in vielen Bistümern diskutiert werden. „Nur in Köln werden die Themen und Beschlüsse verschwiegen“, sagt Kurzbach. Ein großer Streitpunkt zwischen Laien und Bischöfen, beziehungsweise Rom und der Deutschen Kirche sei die Erlaubnis für Frauen zu predigen, wobei die Laien eine Erlaubnis möchten. Kurzbach ruft die Engagierten auf: „Wir machen das jetzt einfach, bis uns die Kirchentüren zugesperrt werden. Ich rufe Sie sie zu einem neuen vom heiligen Geist inspirierten Selbstbewusstsein auf. Predigen Sie! Die Debatte ist nicht mehr zu stoppen.“

In weiteren Tagesordnungspunkten wird über die Kölner Hochschule für katholische Theologie (KHKT), die Rechtsreform der Pastoralen Einheiten sowie personelle und finanzielle Ausstattung der neuen Pfarreienstrukturen diskutiert.

Zu Inhalt und Programm der Vollversammlung geht es hier

Stellungnahme zum Todestag von Nikolaus Groß: Am 23. Januar 1945 wurde Nikolaus Groß, Arbeiterführer und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, durch...

Weiterlesen

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln appelliert an die Nordrhein-Westfälische Landesregierung, die Einhaltung des Preußenkonkordats zu...

Weiterlesen

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln bekräftigt seine Position (s. Pressemeldung vom 22. Juni 2023), der Erzbischof möge dafür Sorge...

Weiterlesen