„Wie wollen wir dann vor Gott und unserem Volk bestehen?“

Stellungnahme zum Todestag von Nikolaus Groß: Am 23. Januar 1945 wurde Nikolaus Groß, Arbeiterführer und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, durch die Nationalsozialisten hingerichtet. Sein starker Glaube hat ihm den Mut gegeben, den politischen Kräften zu widerstehen und für seine Überzeugung einzustehen. Nikolaus Groß bewies Standhaftigkeit gegen Hass, Gewalt und Unterdrückung.

Wir erleben heute wieder ein Erstarken rechtsradikaler Kräfte in unserem Land. Dies bereitet uns große Sorge. Als engagierte Christinnen und Christen schweigen wir nicht – wir sind bereits seit Jahren laut und warnen davor. Wir benennen diese Kräfte klar: Die AfD ist eine rechtsradikale, menschenverachtende Partei, die den Werten unseres Glaubens konfrontativ gegenübersteht. Wir stehen ein für unsere Überzeugungen: Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes und gleich in Würde und Recht.

Seit längerer Zeit bereits nehmen wir wahr, wie Kräfte des rechten Randes die Öffentlichkeit zum Schauplatz ihres Hasses werden lassen; wie sie versuchen menschenfeindliches Sprechen zu etablieren. Das wird ihnen nicht gelingen. Es liegt an uns. Wenn Hass und Hetze verbreitet wird, liegt es an uns aufzustehen und zu sprechen, wenn Andere schweigen. Es liegt an uns, die Schweigenden zu ermutigen, gegen den Hass zu sprechen. Für uns als engagierte Christen ist es eine besondere Pflicht, die Liebe am Nächsten vorzuleben. „Wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen, wie wollen wir dann vor Gott und unserem Volk einmal bestehen“, sagte Nikolaus Groß einen Tag vor dem gescheiterten Attentat gegen Hitler. Er riskierte etwas, war sogar bereit, sein Leben für seine Überzeugung einzusetzen. Heute ist es für uns so viel leichter gegen Hass und Hetze, gegen das menschenverachtende Gedankengut der AfD zu sprechen. Nutzen wir dies.

Jeder, der einer rechten Partei, wie der AfD eine Stimme gibt, muss sich bewusst sein, was er macht; bewusst sein, über die Folgen, wenn es zu einer parlamentarischen Mehrheit radikaler Kräfte kommen sollte. Eine Stimme für die AfD kann kein Protest sein. Eine Stimme für die AfD ist Ausdruck von Unterstützung des Hasses und der Verachtung unserer Demokratie.

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln wird sich immer für die Würde aller Menschen und für die Demokratie engagieren. Der selige Nikolaus Groß und alle, die für ihre demokratische Überzeugung etwas riskiert haben, sind uns ein Vorbild. Wir rufen all diejenigen, die bisher noch schweigen auf, mit uns und allen Demokratinnen und Demokraten gemeinsam laut zu sein. Wir Demokratinnen und Demokraten haben alle einen gemeinsamen Nenner.

Nie wieder ist jetzt!

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