Europawahl 2019 - Isolation und nationalistische Tendenzen abwenden

In wenigen Tagen sind wir Europäer dazu aufgerufen, ein neues EU-Parlament zu wählen. Aus unserer Sicht ist der Gang an die Urne zugleich eine Schicksalswahl. Wollen wir in Europa die Tendenz von Isolation und nationalistischen Tendenzen weiter hervorrufen oder die Vision eines geeinten Europas in Frieden und weitest gehendem Wohlstand voranbringen?

(v.l.n.r.) Peter Scholz, Leiter Jugendmigrationsdienst Köln, Bernd Rustemeyer, Referatsleiter Pädagogik, beide KJA Köln und Norbert Michels, Geschäftsführer des Diözesanrates (Foto: Daniel Könen)

„Jede Stimme zur Stärkung des Parlamentes zählt“, betont Diözesanrats-Geschäftsführer Norbert Michels und ergänzt: „Sehr wohl nehmen wir die Herausforderungen der Politik wahr. Dennoch dürfen wir uns nicht im Kleinklein verstricken. Die gemeinsame Kraftanstrengung für die Menschen in Europa und darüber hinaus muss uns jetzt mehr denn je verbinden“.

Aus Sicht der Christinnen und Christen im Diözesanrat sind folgende sechs Punkte für die kommende Legislaturperiode von Bedeutung:

  1. Das EU-Parlament muss in der Lage sein, sich in weiteren Gesetzgebungs-verfahren kraftvoll für den Schutz von Flüchtlingen und Migranten innerhalb und außerhalb der EU einzusetzen. Zu den konkreten Zielen zählen eine weitere Verbesserung hinsichtlich des Zugangs zu Rechtsschutz und Rechtsberatung, der Rechte von Minderjährigen und ihren Familien, der Identifizierung von Folteropfern und der Angleichung der Rechte von politischen Flüchtlingen und Bürgerkriegsflüchtlingen.
  2. Die Stärkung des Parlaments ist zudem nötig, damit verstärkt Maßnahmen für mehr Chancengleichheit und gegen Arbeitslosigkeit und Armut angesichts der wachsenden sozialen Ungleichheit in Europa durchgesetzt werden können.
  3. Das Europaparlament spielt gerade im Rahmen der Regionalpolitik und damit auch für uns als katholische Kirche eine wichtige Rolle und ist immer wieder ein wichtiger Partner, speziell in den Bereichen Bildung, Kultur und soziale Inklusion. In den letzten Jahren haben viele katholische Kirchengemeinden, Schulen oder Träger sozialer Dienstleistungen auf vielfältige Weise Fördermittel der Europäischen Union nutzen können.
  4. Wir sehen im Europäischen Parlament einen engagierten Fürsprecher für Menschenrechte und Demokratie weltweit. Jährlich wird von ihm der Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen. An Menschen, die sich in außergewöhnlicher Weise gegen Intoleranz, Fanatismus und Unterdrückung einsetzen. Dieses Zeichen hilft den Menschen gerade in Staaten mit Defiziten in den Bereichen Menschenrechte und Gewaltenteilung.
  5. Das Europäische Parlament unterstützt junge und aufstrebende Demokratien außerhalb der EU. Auf diese Weise wurden in den letzten Legislaturperioden die Menschenrechte gestärkt, unter anderem durch die Etablierung einer EU-Menschenrechtsstrategie und die Ernennung eines EU-Sonderbeauftragten für Menschenrechte. Die Menschenrechtspolitik der EU hat nun ein Gesicht bekommen.
  6. Darüber hinaus ist die Religions- und Weltanschauungsfreiheit als Teil der europäischen Außenpolitik gestärkt und im Rahmen von Leitlinien zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit besonders hervorgehoben worden.

„Wir wollen uns auch weiterhin für die gemeinschaftlichen Werte und den Frieden in Europa engagieren. Aus diesem Grund rufen wir alle Menschen guten Willens auf, am 26. Mai von ihrem Wahlrecht gebrauch zu machen. Wir brauchen ein starkes Europa“, so Michels.    

Beispiele aus der Praxis, wie sehr auch die Katholischen Jugendarbeit sich im Kontext von Europa bewegt, zeigten sich bei der Eröffnung der Ausstellung "Mensch & Rechte sind unteilbar - Information zum Thema Menschenrechte und Europa" von Pro Asyl in der katholischen Jugendagentur in Köln am 08. Mai 2019.

Dort machte Bernd Rustemeyer, Referatsleiter Pädagogik, von der KJA Köln klar:
"In unseren Einrichtungen versuchen wir schon sehr früh mit Kindern und Jugendlichen über den Wert der Demokratie zu sprechen. Da sind natürlich attraktive Angebote ein Schlüssel. Jugendparlamente in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gehören da ebenso dazu wie die Partizipation junger Menschen bei der Programmplanung in der Offenen Ganztagsschule. Wir fangen klein an und steigern uns hin zum Wert der Europäischen Union für uns in Köln und Rhein-Erft."

"Täglich kommen wir mit jungen Menschen aus EU-Ländern und der ganzen Welt in Kontakt, ergänzt Peter Scholz, Leiter Jugendmigrationsdienst Köln, ebenfalls von der KJA Köln, "Sie suchen bei uns Beratung und wir wollen sie bei der Integration in unsere demokratische Gesellschaft unterstützen. Dabei kommt der EU eine maßgebliche Bedeutung zu. Denn im Rahmen des Erasmus-Programms der EU tauschen wir uns regelmäßig mit Fachkräften aus anderen EU-Ländern aus. Hier erfahren wir, wie junge Menschen in anderen Ländern und Kulturen leben. Das hilft uns sehr bei der Arbeit hier vor Ort."

Die vollständige Stellungnahme des Diözesanrates zur Europawahl finden Sie auf hier.

Das Interview zur EU-Wahl mit Geschäftsführer des Diözesanrats der Katholiken im EBK Norbert Michels finden Sie hier.

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