Gesellschaftspolitisches Engagement – was bedeutet das? Der Anton-Roesen-Preis
Der Anton-Roesen-Preis wird durch den Erzbischof von Köln für herausragende Leistungen katholischer Christen auf dem Gebiet der „Weltverantwortung der christlichen Gemeinde“ vergeben.
Mit der Verleihung des nach dem Mitbegründer und ersten Vorsitzenden des Diözesanrates (1946–1961) benannten Preises für gesellschaftspolitisches Engagement von Pfarrgemeinderäten, Institutionen, Gruppierungen und Initiativen soll auf den unverwechselbaren Weltauftrag der Laien hingewiesen werden.
Was ist aber mit der Rede von der Weltverantwortung, dem Weltauftrag und der gesellschaftspolitischen Gestaltung der Welt als Auftrag der Kirche und besonderer Auftrag der Laien gemeint?
Das Zweite Vatikanische Konzil sagt dazu: „Die Laien sind besonders dazu berufen, die Kirche an jenen Stellen und in den Verhältnissen anwesend und wirksam zu machen, wo die Kirche nur durch sie da Salz werden kann.“ (Lumen gentium, Art. 33)
Deshalb haben auch der Pfarrgemeinderat – als die gewählte (und berufene) Vertretung der Gemeinde – sowie Institutionen, Gruppierungen und Initiativen in der Gemeinde u. a. die Aufgabe, die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen vor Ort verantwortlich mitzugestalten.
Durch den Anton-Roesen-Preis sollen auf diesem Hintergrund neue Initiativen und Projekte von Pfarrgemeinderäten sowie von Institutionen, Gruppierungen und Initiativen, die bereits konkret umgesetzt wurden und in die Gesellschaft hineinwirken, ausgezeichnet werden.
Wer ist teilnahmeberechtigt?
Aktivitäten (Modelle, Projekte, Initiativen), die für die Preisverleihung in Betracht kommen, müssen von einem Pfarrgemeinderat oder von anderen dem Pfarrgemeinderat verbundenen Institutionen, Gruppierungen und Initiativen in Pfarrgemeinden durchgeführt worden sein.
Den Preis sollen der ausgezeichnete Pfarrgemeinderat bzw. die ausgezeichnete Gruppe, Institution, Gruppierung oder Initiative zur Unterstützung ihrer Arbeit verwenden.
Menschen, die in besonderer Weise auf das gesellschaftspolitische Engagement des Pfarrgemeinderates, von Institutionen, Gruppierungen und Initiativen angewiesen sind, sind zum Beispiel:
- ausländische Mitbürger,
- alte und behinderte Menschen,
- kinderreiche Familien,
- Obdach- und Arbeitslose
- ... und viele andere Gruppen.
Im Rahmen des gesellschaftspolitischen Engagements für die oben genannten Gruppen könnten z. B. folgende Projekte in der Arbeit verwirklicht werden:
- Aktionen zur Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen,
- Aktivitäten zum Kinder- und Jugendschutz,
- Maßnahmen zur Familienpolitik,
- Aktivitäten zu Fragen der Freizeitgestaltung,
- Aktionen zu Umweltschutz und Ökologie,
- Initiativen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit,
- Aktionen zur Integration von Migranten und zum Schutz von Flüchtlingen,
- Aktionen zur Überwindung von Nationalismus und Rassismus,
- ... u.v.a.m.
Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf das „Kölner Manifest 1998“.
Machen Sie mit!
Schlagen Sie der Jury eine förderungswürdige Initiative vor! Senden Sie bitte eine kurze Projektbeschreibung an den Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln.
Der Preis, der mit insgesamt 10.000 € dotiert ist und alle zwei Jahre im Rahmen des Thomas Morus Empfang verliehen wird, soll die bereits Engagierten ermutigen, und die Zögernden anspornen, sich gesellschaftspolitisch einzubringen und somit den christlichen Weltauftrag umzusetzen.
Einsendeschluss für die nächsten Bewerbungen ist der 31. März 2027.
Jury
Über die Preiswürdigkeit von Einsendungen befindet eine Jury, die aus Vorstandsmitgliedern besteht.
Kriterien
Für die Vergabe des Preises sind folgende Kriterien maßgebend:
- Bezug zum Thema „Weltverantwortung“ der Pfarrgemeinde, des Pfarrgemeinderates (Rat der Pastoralen Einheit, Pfarreirat) oder anderer Gruppen, die mit ihm verbunden sind
- Öffentlichkeitsarbeit und gesellschaftspolitische Zielsetzung
- Umfang und Vielfalt der Aktivität
- Originalität und Kreativität
- Beispielhaftigkeit
- Pädagogischer Wert und weitere Wirkung des Projektes
Das Preisgeld wird unter zwei Preisträgerinnen zu je 5.000 € aufgeteilt.
Adressat der Einsendungen
Preisträger
Die Anton-Roesen-Preisträger 2025
Der Anton-Roesen-Preis wurde am 20. September 2025 vom Vorsitzenden des Diözesanrates Tim-O. Kurzbach verliehen:
PreisträgerIn
MediPunkt Troisdorf der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Troisdorf
Der MediPunkt ist ein kostenloses medizinisches Angebot der Gemeinde St. Hippolytus in Troisdorf für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz.
Seit Oktober 2022 bietet der MediPunkt jeden Dienstagnachmittag eine offene Sprechstunde an. Ausschließlich ehrenamtlich engagierte Ärzte und Arztinnen sowie medizinische Fachkräfte versorgen die Patienten. Dazu zählen Obdachlose, Drogenabhängige, aber auch ehemals Selbständige die ihre Krankenversicherungsbeiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr bezahlen konnten, sowie Migranten in der Übergangszeit.
Die Informationen zur Glaubensfilmwoche finden Sie unter:
MediPunkt Troisdorf
Weitere Informationen zur Arbeit im Seelsorgebereich finden Sie unter:
www.trokirche.de
PreisträgerIn
Demokratiekirche Oberberg
Die DEMOKRATIEKIRCHE Oberberg kümmert sich um Schnittstelle christliche Werte und Demokratie und stellt Kirche als Raum für einen gesellschaftspolitischen Dialog, Verantwortung und Teilhabe dar.
Sie ist ein Projekt des örtlichen Gemeinderates und des Kirchenvorstandes St. Bonifatius, das von Beginn an ökumenisch angelegt ist und in einer gemeinsamen Kooperation mit der örtlichen evangelischen Gemeinde und im November 2024 gestartet wurde. Sie ist ein Dach für alle katholischen und evangelischen Gemeinden des Oberbergischen Kreises, um aus einer christlichen Wertorientierung heraus ein Engagement für unsere Demokratie zu motivieren und kreisweit erkennbar zu machen -zentral in Bielstein und dezentral an den Gemeindestandorten im Kreisgebiet.
Weitere Informationen zur Demokratiekirche Oberberg finden Sie unter
Demokratiekirche Oberberg
Die Anton-Roesen-Preisträger 2023
Im Rahmen des Thomas Morus Empfangs im Bensberger Kardinal-Schulte-Haus, verlieh Vorsitzende des Diözesanrates Tim-O. Kurzbach zusammen mit dem Bischofsvikar Weihbischof Puff den traditionellen Anton-Roesen-Preis. Die mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an engagierte Christinnen und Christen aus zwei Projekten, die sich im Besonderen durch ihr gesellschaftspolitisches Engagement verdient machen. Die Auszeichnung trägt den Namen des Mitbegründers und ersten Vorsitzenden des Diözesankomitees, dem heutigen Diözesanrates.
PreisträgerIn
Umweltbox der KJA Köln
Die von Mitarbeitenden der Katholischen Jugendagentur Köln entwickelte „Umweltbox“ enthält zahlreiche Materialien, mit denen bereits Kinder auf einfache und spielerische Weise für den Schutz der Umwelt sensibilisiert und animiert werden können.
Die Kölner werden mit dem Preisgeld den Wettbewerb „Umwelttaler“ initiieren, der den Umweltschutz im Leben junger Menschen verankern soll.
Weitere Informationen zur Arbeit der Katholische Jugendagentur Köln finden Sie unter:
KJA Köln
Preisträger/in
Fluthilfe Wuppertal Beyenburg
In Wuppertal-Beyenburg hat die Kirchengemeinde um Bruder Dirk Wasserfuhr in der Flutnacht am 15. Juli 2021 unglaubliches geleistet: Menschen gerettet, Erst- und Aufbauhilfe geleistet, für den Zusammenhalt der Menschen gesorgt und seelsorgerische Hilfe gestellt.
Bruder Wasserfuhr in seinen Dankesworten: „Wenn wir Not sehen, müssen wir sofort anpacken. Alles andere können wir hinterher regeln. Lass uns das Klima unseres Zusammenlebens verbessern, dann kommt alles andere von selbst. Das haben wir in Beyenburg erlebt.“
Die Preisträger aus Wuppertal-Beyenburg werden 1.000, - € des Preisegeldes für Gedenkfeiern und Seelsorge einsetzen. Den weiteren Teil des Preisgeldes teilen sie sich mit der evangelischen Kirchengemeinde. Beide Gemeinden werden ihren Anteil für die Jugendarbeit verwenden.
Weitere Informationen zur Arbeit der Fluthilfe Wuppertal - Beyenburg finden Sie unter:
Fluthilfe Wuppertal - Beyenburg
Die Anton-Roesen-Preisträger 2021
Im Rahmen des Thomas-Morus-Empfanges am 18.09.2021 im Foyer des Theater-und Konzerthauses in Solingen hat der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, vertreten durch den bischöflichen Beauftragten für den Diözesanrat Msgr. Markus Bosbach, und der Vorsitzende des Diözesanrates Tim-O. Kurzbach den traditionellen Anton-Roesen-Preis verliehen. Die mit je 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ging in diesem Jahr an engagierte Christinnen und Christen aus drei Projekten, die sich im Besonderen durch ihr gesellschaftspolitisches Engagement verdient machen. Die Auszeichnung trägt den Namen des Mitbegründers und ersten Vorsitzenden des Diözesankomitees, dem heutigen Diözesanrates.
Preisträger/in
Projekt:
Fotoworkshop „Vom Selfie zur ambitionierten Fotografie“
im Arbeitslosenzentrum des Sozialdienstes Katholischer Männer und Frauen in Erkrath
Projekt:
„Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung für Menschen in Substitution – Reparatur-Service für Kitas und soziale Einrichtungen ETAPPE“ des Caritasverband Düsseldorf e.V.
Link zum Reparatur-Service für Kitas und soziale Einrichtungen ETAPPE“
Ausstellung und Projekt:
„Du Jude!“ Alltäglicher Antisemitismus in Deutschland. Eine Ausstellung für Jugendliche und junge Erwachsene“ der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit e.V.“
Link zum Interview über PreisträgerInnen im Domradio vom 18.09.21